Info Mailing 11/2014

Liebe Vereinsmitglieder

Den Newsletter haben wir vor knapp zwei Jahren eingestellt, weil wir feststellen mussten, dass dieser sich sehr stark mit dem Newsletter des Amts für Städtebau überlappt. Der Vorstand hat nun beschlossen, bei Bedarf jeweils ein Mailing mit aktuellen Informationen und persönlichen Hintergründen zur Entwicklung von Zürich-West zu erstellen und an die Mitglieder zu versenden. Wir möchten auf diesem Weg den Austausch zwischen den Mitgliedern fördern und das persönliche Wissen unserer Mitglieder allen zugänglich machen. Falls Sie Wünsche, aktuelle Themen oder Fragen haben, welche wir im Rahmen eines solchen Mailings bearbeiten sollen, senden Sie diese bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Aus aktuellem Anlass haben wir für das erste Mailing ein Interview mit Renato Saitta geführt. Ein profunder Wissensträger über Zürich-West, der im nächsten Jahr aus dem Vorstand ausscheiden und sich neuen persönlichen Aufgaben widmen wird.

Die Mailings werden wir in Kürze auch auf der Homepage publizieren.

Freundliche Grüsse
Jürgen Friedrichs und Sabine Friedrich


Vereinsinformationen

Wechsel im Präsidium

Mit dem Vereinsjahr 2014/15 wird das Co-Präsidium von Christof Sättler von der PSP und Konrad Landolt als Vertreter der Friedrich Steinfels AG übernommen. Sie werden an der Generalversammlung am 12. November offiziell ihr neues Amt antreten.

Austausch mit Vertretern des Stadtrats und Chefbeamten der Stadt Zürich am
4. November 2014

Dieses Jahr findet wieder ein Austausch mit Vertretern des Stadtrats und Chefbeamten der Stadt Zürich statt. Eine offene und persönliche Kommunikation mit den offiziellen Stellen wird seit vielen Jahren gepflegt und soll nach dem Unterbruch im letzten Jahr nun wieder aufgenommen werden. Themen werden die neuen Entwicklungen rund um den Toni-Knoten, die Integration des Bahnhofs Hardbrücke ins Quartier sowie die Einschränkung der Fahrtzeiten der Tramlinie 17 sein. Seitens des Vereins werden die Vorstandsmitglieder teilnehmen.

Generalversammlung am 12. November 2014

Vor kurzem haben Sie die Einladung zur diesjährigen Generalversammlung erhalten. Diese findet am Mittwoch 12. November zwischen 16 Uhr und 19 Uhr im Sheraton Hotel Zürich-West statt. Nach dem offiziellen Vereinsteil wird uns Daniel Niggli von EM2N, Projektleiter für den Umbau des Toni Areals, seine Ideen präsentieren und für Fragen zur Verfügung stehen. Anschliessend besteht im Rahmend des traditionellen Apéro riche Gelegenheit zum persönlichen Gespräch und Gedankenaustausch zwischen den Mitgliedern.


Jürgen Friedrichs und Sabine Friedrich im Interview mit Renato Saitta von der Hardturm AG

Renato Saitta ist derzeit Co-Präsident des Vereins Grundeigentümer Zürich West. Er wird nächstes Jahr aus dem Vorstand zurücktreten und sich neuen Zielen widmen. Renato Saitta ist ein profunder und langjähriger Kenner der Entwicklung von Zürich-West und wohnt mit seiner Familie seit vielen Jahren im Quartier.

Wie entstand Limmat-West?

Bereits 1988 schrieb die Schoeller-Gruppe, entgegen aller Expertenmeinungen, den Wettbewerb für die Überbauung von Limmat-West aus. 1990 begann meine Tätigkeit bei der Schoeller Hardturm AG. Zu diesem Zeitpunkt war die Schliessung der Produktion auf dem Schoeller-Areal bereits beschlossen. Das Projekt war in groben Zügen entworfen und – da die BZO nicht angenommen wurde – mussten mit einem Gestaltungsplan die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden. Das Projekt von Kuhn & Fischer Architekten überzeugte durch die klare Struktur und die Idee der Höfe, um die sich die Wohnbebauung gruppiert. Diese schafft trotz der Nordlage zur Limmat und dem Verkehrslärm seitens der Hardturmstrasse mit den mehrgeschossigen Öffnungen zur Limmat den sog. Flussfenstern eine ruhige und gut besonnte Wohnlage im Innern der Anlage.

Wohnen in Zürich-West war damals für die meisten Experten undenkbar. Die Drogenszene am Letten stand noch in voller Blüte und die Wohnkultur in Zürich endete am Escher-Wyss Platz. Dr. Ulrich und Vincent Albers haben gemeinsam mit Georg Obermeyer und meiner Person hier gegenüber Investoren und auch der Stadt viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Zusammen mit den Planungen für das Escher-Wyss Areal war die kritische Masse für Wohnen in Zürich-West vorhanden. Diese beiden Projekte waren damit die Geburtsstunde für das Wohnen in Zürich-West. Mit dem Einstieg der Halter AG als Investor konnte das Projekt starten und damit auch die andauernde langjährige Zusammenarbeit zwischen den beiden Firmen.

Wie hat sich Zürich-West seit damals kulturell gewandelt?

Zu Beginn der Entwicklung von Limmat-West hatte man umfassende Studien über mögliche Zielgruppen erstellt. Doch bereits wenig später hat der rasche gesellschaftliche Wandel diese Vorhersagen überholt. Die Bewohner sind heute sehr vielschichtig. Selbst Betagte schätzen die Nähe zu den kulturellen Einrichtungen, die hohe Erschliessungsqualität und den Erholungsraum Limmat vor der eigenen Tür. Ich selbst lebe seit 2003 mit meiner Familie in der Überbauung und musste damals meine Familie erst davon überzeugen. Diese Entscheidung haben wir bis heute nicht bereut. Selbst in den Anfangsjahren haben sich alle hier sehr sicher gefühlt – auch wenn es manchmal im Umfeld etwas laut und ruppig zu und her ging. Auch haben wir uns hier niemals bedroht gefühlt. Wir geniessen die Vielfalt, die interessanten Angebote und das pulsierende Leben um uns herum.

Ist Zürich-West bereits gebaut?

Meiner Meinung nach ist jedes weitere Projekt ein Gewinn für die bereits bestehenden Überbauungen. Es werden noch viele Projekte folgen, welche die bereits vorhandene Substanz umstrukturiert.

Zürich-West entwächst langsam aus dem „Teenager-Alter“ mit der ganzen Partykultur und wird nach und nach erwachsen. Dies entspricht letztlich auch dem Wandel der Bewohner und der sich hier ansiedelnden Firmen. Die Kulturwelt wird bunter und spricht die neuen Zielgruppen sicherlich genauso wenn nicht sogar noch mehr an.

Im Bereich der Erdgeschosse ist noch Arbeit zu leisten. Es wird auch weiterhin eine Herausforderung sein, diese Ebene mit attraktiven Angeboten zu beleben. So muss es vergleichbar interessant sein, durch Zürich-West zu flanieren wie durchs Niederdorf. Ich selbst geniesse bereits heute die Spaziergänge durchs Quartier und bin gespannt was noch kommen wird.

Für eine positive Entwicklung braucht es Anreize und nicht Beschränkungen! Je vielfältiger diese Anreize sind, desto mehr an Vielfalt wird auch in Zürich-West entstehen. Für mich ist insbesondere das Toni Areal ein Glücksfall. Dieser eigentliche „Monolith“ war sprichwörtlich für nichts mehr zu gebrauchen. Mit der Idee „Kunst-Schulen“ entfaltet dieses früher rein introvertierte Areal eine neue Kraft und bringt so neues Leben ins Quartier.

Was ist Deine Einschätzung zu den Chancen für ein Stadion in Zürich-West?

Hier sind noch viele Fragen offen. Es ist nach wie vor eine Herausforderung, städtebaulich attraktive und Quartierverträgliche Lösungen zu erarbeiten, die wirtschaftlich tragbar sind und damit die Erstellung und den Betrieb eines Stadions gewährleisten. Ist die Stadt wirklich bereit, eine funktionsfähige Public Private Partnership aufzubauen? Vorhersagen sind daher leider noch mit vielen Unsicherheiten behaftet.

Fragen oder Anregungen zu unserem Info-Mailing oder zum VGZW?
Wenden Sie sich an Sabine Friedrich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 044 252 85 45