Interview

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Interview mit Heinz Specker, CEO der Technopark® Immobilien AG.

Der TECHNOPARK® Zürich verkörpert Pionierleistung in Zürich-West. Hier wurde die Idee für den Verein Grundeigentümer Zürich West geboren und der Verein gegründet. Zürich-West entwickelt sich positiv und wird immer mehr zum durchmischten und vielfältigen Quartier in Zürich.

new02.jpgHerr Specker, Bitte beschreiben Sie kurz Ihr Unternehmen
Der Technopark® Zürich (ist eine Plattform für Jungunternehmen und Technologietransfer. So werden bei uns z.B. neue Ideen aus dem Hochschulbereich von findigen Köpfen zur Marktreife gebracht. Unsere beiden Organisationen - die TECHNOPARK® Immobilien AG ist Eigentümerin, Betreiberin und Vermieterin und die Stiftung TECHNOPARK® Zürich ist die Technologietransferstelle - unterstützen hier sowohl inhaltlich, mit Infrastrukturen als auch mit Netzwerken. In den ersten drei bis fünf Jahren besteht unter bestimmten Voraussetzungen auch die Möglichkeit von reduzierten Mietzinsen. Insgesamt muss es sich für die TECHNOPARK® Immobilien AG jedoch rechnen und die Konzeptkonformität gewährleistet sein.
Ingesamt wurden im TECHNOPARK® Zürich durch die ansässigen Unternehmen bis heute 1800 Arbeitsplätze neue und zusätzlich geschaffen. Wir unterstützten damit den Werkplatz Schweiz. Es sind heute über 270 Unternehmen angesiedelt, die ausgesprochen häufig untereinander projektbezogen kooperieren. Viele Unternehmen fangen klein an und vergrössern sich dann oft auch innerhalb des Gebäudes.
Daneben gibt es Räume für Schulungen und Veranstaltungen. Insgesamt besuchen jährlich mehr als 150'000 Menschen unsere privatwirtschaftliche Institution.
Mittlerweile gibt es in der Schweiz fünf weitere TECHNOPARKs® in Aargau, Luzern, Winterthur, Lugano und neu Schlieren, die unter gleichem Label und mit dem gleichen Konzept arbeiten wie in Zürich.

Die TECHNOPARK® Immobilien AG ist einer der Leuchttürme in Zürich-West, die schon früh das neue Image und den Auftritt mitbestimmt haben. Welche Vor- und Nachteile erlebten Sie hier im Laufe der Zeit?
Ich selbst bin seit November 1991 dabei. Die offizielle Eröffnung des TECHNOPARK® Zürich fand im März 1993 statt. Auf dem Turbinenplatz stand damals noch die Grossstückhalle von Sulzer Escher-Wyss.
Wir starteten mit der Idee 1989 und stellten den Bau 1992 - also inmitten der Immobilienkrise - fertig. Zu diesem Zeitpunkt standen schweizweit ca. 8 Mio. m2 Geschäftsflächen leer! Diese Ausgangslage erschwerte tatsächlich den Start. Dank dem zukunftsfähigen Konzept wendete sich das Blatt dann definitiv ab Ende 1997. Seit 1998 besteht eigentlich durchgehend 98% Auslastung. Eine aktive Vermarktung der Räumlichkeiten findet hauptsächlich über Öffentlichkeitsarbeit und den hohen Bekanntheitsgrad statt. Eine sehr gute Plattform sind auch die vielen Veranstaltungen oder die Personennetzwerke weitergeben.

Wie beteiligt sich die TECHNOPARK® Immobilien AG an der Gestaltung des Standorts Zürich-West?
Wir waren damit ein Pionier der „1. Welle" in Zürich-West, die insgesamt ca. 10 Jahre gebraucht hat. Mit dem TECHNOPARK® wird eigentlich die Technologie-Entwicklung des Gebiets weitergeführt. Sulzer Escher-Wyss war technologisch ein führendes Unternehmen. Im TECHNOPARK® Zürich wird dazu die Geschichte fortgeschrieben. Der Verein Grundeigentümer Zürich West ist im TECHNOPARK® erstmal im Sinne einer Interessengemeinschaft entstanden - damals inmitten eines „Industriequartiers". Brennendes Thema war der Verkehr.

new02_2.jpgWelche Wünsche hätten Sie im Hinblick auf die allgemeinen Entwicklungen in Zürich-West?
Heute ist die „2. Welle" in der Umsetzung mit einer hohen Dynamik und insgesamt positiven Effekten. Die Durchmischung mit Hotels, Kultur, Weiterbildlung, Wohnen und Arbeiten etc. nimmt zu. Bis 2012 wird eine geballte Ladung an Flächen mit unterschiedlichen Nutzungen fertig gestellt sein mit unterschiedlichen Qualitäten, die sich gegenseitig ergänzen und eher wenig konkurrenzieren.

Wie setzt sich ihr Unternehmen für eine nachhaltige Entwicklung von Zürich-West ein?
Nachhaltigkeit findet bei uns durch die produzierten Inhalte - Schaffung von Arbeitsplätzen - im Gebäude statt. Wir haben jedoch keine spezifischen Kriterienlisten für Mieter. Für uns ist jedoch selbstverständlich, dass die Bewirtschaftung des Gebäudes so ökologisch und ökonomisch sinnvoll wie möglich erfolgen muss.

Welche wichtigen Anliegen verfolgen Sie in der Entwicklung Ihrer Immobilie in Zürich-West in den nächsten Jahren? - Man hört von Erweiterungen?
Wir planen derzeit eine Aufstockung auf dem verbindenden Mittelbereich, der Transferhalle, um 3'000 m2. Dies ist statisch noch möglich und steht in einem sinnvollen Kosten-Nutzen-Verhältnis. Das Projekt hat den Namen „Kopernikus" und soll 2012 bezugsbereit sein. Die Baueingabe ist für Ende Mai 2010 geplant. Die übrigen Nutzungsreserven auf dem Areal (Baufeld E) sind nur sehr schwer realisierbar. Entlang der Pfingstweidstrasse stand eine Mauer, um sich vor dem Verkehr zu schützen als frühere Bauauflage, heute ist man eher bestrebt mit den neuen Entwicklungen hier zu öffnen. Für uns ist noch offen, wie sich diese Gebäudeseite entwickeln bzw. gestaltet wird. Wir warten jetzt mal die neue Verkehrssituation mit dem Tram Zürich-West ab.

Der TECHNOPARK® grenzt an den Turbinenplatz. Wie stehen Sie zu diesem Freiraum? Was fehlt Ihnen in Bezug auf den Platz?
Der Platz hat jedoch Potenzial zur Zentrumsbildung. Ich finde den Platz ausserordentlich attraktiv. Sobald die Temperaturen hochgehen, wird er über Mittag rege genutzt. Ich stelle mir vor, dass auf diesem Platz mehr Aktivitäten stattfinden könnten. wie z.B. auf dem Sechseläute Platz, damit mehr Leute wissen, dass es diesen Platz gibt. Der TECHNOPARK® Zürich hat seinen Haupteingang zum Turbinenplatz und es besteht ein Durchgang durch den Gebäudekomplex. Es ist nicht vorgesehen, den Haupteingang zum Turbinenplatz anders zu gestalten.